Das arznei-telegramm® ist kritisch.
jetzt weiterlesen
Für das arznei-telegramm® steht der Nutzen von Arzneimitteln und weiteren Therapeutika für Patienten in Abwägung mit den potenziellen Schadwirkungen im Vordergrund. Wir stützen uns dabei auf die bestmögliche Evidenz, berücksichtigen primär randomisierte klinische Studien sowie beispielsweise auch die oftmals umfangreichen Unterlagen nationaler und internationaler Behörden. Wir prüfen, wie gut die vorhandenen Daten für die Abwägung von Nutzen und Schaden geeignet sind. Bei neuen Arzneimitteln bewerten wir, wie diese im Vergleich zu anderen angebotenen Therapeutika einzuordnen sind.

▼Lecanemab (LEQEMBI) bei früher ALZHEIMER-Erkrankung

Etwa 1,4 Millionen Menschen waren 2023 in Deutschland an einer Demenz erkrankt.1 Häufigste Ursache ist mit 60% bis 80% die ALZHEIMER-Krankheit, gefolgt von der vaskulären Demenz (5-10%). Mit steigendem Alter nehmen gemischte Formen zu.2 Die antidementive Pharmakotherapie beschränkt sich seit Jahrzehnten auf Cholinesterasehemmer wie Donepezil (ARICEPT, Generika; a-t 1997; 11: 113, 2004; 35: 67-8 u.a.) zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren ALZHEIMER-...

jetzt weiterlesen

Kardiovaskuläre Daten zu ▼Tirzepatid (MOUNJARO) bei Typ-2-Diabetes

Antidiabetika sollten nicht nur den Blutzucker senken, sondern sich an patientenrelevanten klinischen Endpunkten messen lassen. GLP-1-Analoga wie Liraglutid (VICTOZA, Biosimilar) und SGLT-2-Hemmer wie Empagliflozin (JARDIANCE) werden in Leitlinien zum Typ-2-Diabetes als Ergänzung des Erstwahlmittels Metformin (GLUCOPHAGE, Generika) zur Reduktion des kardiorenalen Risikos empfohlen,z.B. 1 nachdem sie sich in Langzeitsicherheitsstudien hinsichtlich klinischer Endpunkte als vorteilhaft...

jetzt weiterlesen

Rücknahme von Andexanet alfa (ONDEXXYA) vom US-Markt
... Marktrücknahme in der EU überfällig

Im Dezember 2025 informiert die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA über die Marktrücknahme von Andexanet alfa (ONDEXXYA, USA: ANDEXXA), dem spezifischen Antidot für die Faktor-Xa-Inhibitoren Apixaban (ELIQUIS) und Rivaroxaban (XARELTO, Generika). Der Anbieter AstraZeneca habe zugesichert, Andexanet alfa nicht weiter für den US-Markt herzustellen und den Verkauf in den USA zum 22. Dezember 2025 einzustellen.1 Die Zulassung erfolgte dort 2018 im beschleunigte...

jetzt weiterlesen

RSV: ▼Nirsevimab (BEYFORTUS) für Säuglinge versus Impfung Schwangerer

Seit Juni 2024 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) den monoklonalen Antikörper Nirsevimab (BEYFORTUS; a-t 2023; 54: 81-4) für alle Säuglinge vor bzw. in ihrer ersten RSV-Saison zur Prophylaxe von Erkrankungen durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Die aktive Immunisierung Schwangerer mit dem RSV-Impfstoff ABRYSVO für den passiven Schutz von Säuglingen wird hingegen nicht empfohlen – die STIKO stufte die Datenlage für e...

jetzt weiterlesen

Lasertherapie bei Nagelpilz?

Bei der Lasertherapie von Nagelpilz handelt es sich um eine so genannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Im Oktober 2025 hat der IGeL-Monitor* die Evidenzbasis für die Therapie bewertet. Herangezogen wird zunächst ein systematisches Review2 von 2020 zur Behandlung Erwachsener mit Zehennagelmykose, in dem zur Lasertherapie drei kleine randomisierte Studien mit insgesamt 112 Patienten ausgewerte...

jetzt weiterlesen

Intestinales Angioödem unter ACE-Hemmern und AT-II-Blockern

Angioödeme sind bekannte Störwirkungen von ACE-Hemmern wie Ramipril (DELIX, Generika)1 und treten bei etwa 0,1% bis 0,7% der Behandelten auf. Unter Angiotensin (AT)-II-Blockern (z.B. Candesartan [ATACAND, Generika]) kommen sie ebenfalls vor, wenn auch seltener.2,3 Die subkutanen oder submukösen Schwellungen können jederzeit während der Einnahme auftreten und betreffen meist das Gesicht, die Lippen, Zunge sowie die oberen Atemwege, deren Verlegung potenziell lebensgef&...

jetzt weiterlesen

Schwerwiegende Atemwegsschäden nach Aspiration von Alendronat

Eine Frau in den Siebzigern wird notfallmäßig in ein HNO-Zentrum überwiesen. Drei Tage zuvor hatte sie sich an einer Tablette des Bisphosphonats Alendronat (FOSAMAX, Generika) verschluckt und in der Folge zunehmend Husten, Heiserkeit, Schluckbeschwerden und Atemnot entwickelt. In der Notaufnahme ist sie unfähig, ganze Sätze zu sprechen, benötigt Sauerstoff und hat einen Ruhestridor. Endoskopisch werden im Rachenraum und am Kehlkopf ausgedehnte Rötungen und ...

jetzt weiterlesen

UK: Zusätzliche Warnhinweise für Benzodiazepine, Gabapentin, Pregabalin und Z-Drugs
Frei

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA verstärkt Warnungen vor Sucht, Abhängigkeit, Entzugssyndrom und Toleranzentwicklung in Fachinformationen und Packungsbeilagen von Benzodiazepinen, der Gabapentinoide Gabapentin (NEURONTIN, Generika) und Pregabalin (LYRICA, Generika) sowie der Z-Drugs Zolpidem (STILNOX, Generika), Zopiclon (XIMOVAN, Generika) und Eszopiclon (LUNIVIA).1,2 Beispielsweise soll in den Packungsbeilagen bereits in den ersten Sätzen auf Sucht, Abhäng...

jetzt weiterlesen

Cholesterinsenkung: Was gibt es Neues?

Das Thema LDL-Senkung (the lower, the better) kocht auch weiterhin immer wieder hoch. Nun wird in einer Online-CME-Fortbildung von der MedLearning AG1 auffällig der Wirkstoff „Inclisiran“ angesprochen, und es wird stark propagiert, dass „the lower, the better“ die sinnvollste Intervention ist. Was hat sich verändert? Oder gibt es keinen großen Umbruch?

N.N. (Name etc. in a-t 12/2025 genannt)

1BECK, A.: CME-Fortbildung, ohne Datum; https://a-tur...

jetzt weiterlesen

Evolocumab (REPATHA) ohne vorherigen Herzinfarkt oder Schlaganfall?

Nach Präsentation auf dem US-amerikanischen Kardiologenkongress wird aktuell die doppelblinde randomisierte VESALIUS-CV-Studie publiziert, die bei 12.257 Personen (43% Frauen) im mittleren Alter von 66 Jahren ohne Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte zweiwöchentliche Subkutaninjektionen von 140 mg Evolocumab (REPATHA; a-t 2015; 46: 109-10, 2017; 48: 34-6, a-t 2025; 56: 98 mit Placebo vergleicht.1 Die Teilnehmer müssen atherosklerotische Erkrankungen...

jetzt weiterlesen

Fischöl: Kardiovaskulärer Nutzen bei Dialysepatienten?

Herzkreislauferkrankungen sind mit etwa 40% bis 50% die häufigste Todesursache von Hämodialysepatienten. Für Arzneimittel, die die kardiovaskuläre Sterblichkeit bei anderen Patienten senken, ist in dieser schwerkranken und schwer therapierbaren Gruppe kein vergleichbarer Nutzen belegt.1,2 So haben z.B. Statine in randomisierten Studien die Mortalität aufgrund von Herzkreislauferkrankungen bei Dialysepatienten nicht reduziert (a-t 2006; 37: 65-7).3

Vor diesem H...

jetzt weiterlesen

Zum Nutzen von Oseltamivir

Ist Ihre zurückhaltende Bewertung von Oseltamivir (TAMIFLU, Generikum) noch up to date? Das Medikament wird von virologischer Seite auf Fortbildungen aktuell wieder sehr propagiert, die möglichen Nebenwirkungen zum Teil nicht mal mehr erwähnt. Wie ist die aktuelle Datenlage zur Wirksamkeit und das Nebenwirkungspotenzial (insbesondere neuropsychiatrisch) von Oseltamivir?

N.N. (Name und Anschrift der Redaktion bekannt)
Interessenkonflikt: keiner

Die Neuraminidasehemmer Osel...



jetzt weiterlesen

Mit dem Varizella-zoster-Totimpfstoff SHINGRIX gegen Demenz impfen?

Reduziert SHINGRIX das Risiko für eine dementielle Erkrankung? Hinweise dafür ergeben sich aus mehreren Studien. Jetzt wurde der Zusammenhang auch noch geadelt durch Eckart von HIRSCHHAUSEN. Wie sind die Daten einzuschätzen?

N.N. (Name etc. in a-t 12/2025 genannt)

In der Sendung „Kann ich Demenz aufhalten?“ des WDR spricht Eckart von HIRSCHHAUSEN unter anderem davon, dass nach neuesten Studien eine „Impfung gegen Gürtelrose, sprich das Herpes-zoster...


jetzt weiterlesen
  • Das a-t heute

    Wie die Unabhängigkeit des arznei-telegramm® gesichert wird.

  • Die ersten Jahre

    Schwere Arzneimittelskandale weckten Bedarf an unabhängiger Arzneimittelinformation.

  • Der Wasserturm

    Seit 2000 arbeitet die Redaktion des arznei-telegramm® in einem alten Wasserturm

  • Galerie

    Hier finden Sie viele Fotos „unseres“ Wasserturms.