Seit Juni 2026 ist mit Clesrovimab (ENFLONSIA) nach Nirsevimab (BEYFORTUS, a-t 2023; 54: 81-4) ein zweiter langwirkender Antikörper zur Prophylaxe von Erkrankungen der unteren Atemwege durch Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) bei Neugeborenen und Säuglingen im Handel.1,2 Clesrovimab darf derzeit nur im ersten Lebensjahr angewendet werden – anders als Nirsevimab und das seit 1999 für Kinder mit erhöhtem Risiko für schwere RSV-Erkrankungen angebotene kürzer wirkende Palivizumab (SYNAGIS, a-t 2000; 31: 85-6), die bei anhaltend erhöhter Anfälligkeit für einen schweren Krankheitsverlauf auch zur Prophylaxe in der zweiten RSV-Saison zugelassen sind.1-3
EIGENSCHAFTEN: Clesrovimab ist wie Nirsevimab ein neutralisierender humaner monoklonaler Immunglobulin (Ig)-G1-Antikörper, bei dem die Fc-Region verändert wurde, um die Serumhalbwertszeit zu verlängern. Wie die anderen zur RSV-Prophylaxe verfügbaren Antikörper und Impfstoffe (ABRYSVO u.a.; a-t 2024; 55: 11-3 u.a.) richtet es sich gegen das Fusions (F)-Protein von RSV und hemmt dadurch unter anderem den Viruseintritt in die Zelle.1,4
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 21. August 2026
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