Ein ACE-Hemmer-induziertes Angioödem kann insbesondere bei Zungen-, Glottis- oder Larynxbeteiligung eine sofortige Notfalltherapie erfordern. Bislang wird in Fachinformationen in dieser Situation zumeist die Injektion von Adrenalin (SUPRARENIN, Generika) vorgeschlagen1 bzw. explizit gefordert.2 Diese Behandlung kann jedoch wirkungslos sein, wie die europäische Arzneimittelagentur EMA im März 2026 nach einer routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung durch den Pharmakovigilanzausschuss (PRAC) schlussfolgert. Hintergrund sind Hinweise auf eine Bradykinin-vermittelte Genese der Störwirkung. Anbieter von ACE-Hemmern sollen nun spätestens bis April 2027 in den Fachinformationen vor möglicher Unwirksamkeit von Adrenalin warnen und gegebenenfalls bestehende Empfehlungen zur Anwendung des Katecholamins entfernen.
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 21. August 2026
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