HIV: ANTIRETROVIRALE DEPOTTHERAPIE BEI ADHÄRENZPROBLEMEN
Mit den heutzutage verfügbaren und empfohlenen antiretroviralen Therapien (ART) erreichen mit HIV infizierte Menschen eine nahezu normale Lebenserwartung.1,2 Für die Initialtherapie empfiehlt die Deutsche AIDS-Gesellschaft Integraseinhibitor-basierte Kombinationen aus zwei bis drei Wirkstoffen, wobei Eintablettenregimen der Vorzug gegeben wird.2 Um die Behandlung zu vereinfachen, können Menschen mit HIV auch eine monatlich oder zweimonatlich als Depot intramuskulär (i.m.) zu injizierende Kombination aus dem Integrasehemmer Cabotegravir (VOCABRIA) und dem nichtnukleosidischen Transkriptaseinhibitor Rilpivirin (REKAMBYS) erhalten,2 die derzeit aber laut Zulassung an eine stabile antiretrovirale Vorbehandlung mit einer Viruslast von maximal 50 Kopien/ml sowie den Ausschluss von ohne [Korrektur nach Drucklegung] Resistenzen gebunden ist.3,4 Dies ist für Betroffene mit Adhärenzproblemen möglicherweise nur schwer erreichbar. Ein Verzicht auf die vorherige Virussuppression wird in der Leitlinie der Deutschen AIDS-Gesellschaft aktuell nicht empfohlen.2
Eine US-amerikanische versorgungsnahe offene multizentrische randomisierte Phase-III-Studie (LATITUDE)5 pr ft, ob die Cabotegravir-Rilpivirin-Depottherapie gegen ber peroraler Standardtherapie bei Personen mit Adh renzproblemen von Vorteil ist, auch bei h herer Viruslast als f r die Depotkombination zugelassen.
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 10. Juli 2026
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