OBERE ENDOSKOPIE: GLP-1-AGONISTEN PAUSIEREN ODER BEIBEHALTEN?
GLP-1-Agonisten wie Semaglutid (OZEMPIC u.a.) und das Twincretin Tirzepatid (MOUNJARO) verzögern die Magenentleerung, was bei Vollnarkose oder tiefer Sedierung das Risiko für Aspirationen erhöht (a-t 2024; 55: 48 u.a.). Mehrere Metaanalysen von Beobachtungsstudien weisen zudem darauf hin, dass die verminderte gastrointestinale Motilität auch die Durchführung von Endoskopien des oberen Magen-Darm-Trakts und von Koloskopien beeinträchtigen kann
(a-t 2025; 56: 90).z.B. 1,2 Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) empfiehlt daher, die bei Typ-2-Diabetes und Adipositas zugelassenen Mittel vor elektiven Eingriffen in Allgemeinanästhesie oder tiefer Sedierung zu pausieren – bei täglicher Anwendung am Tag der Operation und bei wöchentlichen Injektionen für eine Woche.3 US-amerikanische Fachgesellschaften raten in einer multidisziplinären Stellungnahme aufgrund der unzureichenden Datenlage hingegen zu einer individuellen Risikoabwägung.4
Jetzt werden erstmals in einer randomisierten Untersucher-verblindeten Studie5 Unterbrechen und Beibehalten der Therapie verglichen, und zwar vor einer Endoskopie des oberen Gastrointestinaltrakts bei Patienten, die mindestens einen Monat lang einen GLP-1-Agonisten in stabiler Dosierung angewendet haben.
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 17. April 2026
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