Korrespondenz a-t 4/2026; 57: 28-9

HYDROXIETHYLSTÄRKE (VOLUVEN U.A.): PHOENICS AUS DER ASCHE?

Wie bewerten Sie den Einsatz von Hydroxiethylstärke (HES)-haltigen Infusionslösungen zur Behandlung schwerer Blutungen, bei denen kristalloide Lösungen zu keiner ausreichenden Kreislaufstabilisierung führen? In der Anästhesie scheint die Verwendung derartiger Infusionslösungen auch mit Verweis auf die kürzlich publizierte (herstellergesponserte) PHOENICS-Studie eine gewisse Renaissance zu erfahren.

N.N. (Name etc. in a-t 4/2026 genannt)

Über Infusionen mit Hydroxiethylstärke (HES; VOLUVEN u.a.) haben wir zuletzt Anfang 2022 berichtet. Damals empfahl der europäische Pharmakovigilanzausschuss PRAC zum dritten Mal die Marktrücknahme der Kolloide, nachdem eine Studie weiterhin Off-label-Anwendung bei Patientengruppen gezeigt hatte, für die ein erhöhtes Risiko für Nierenschäden und Sterblichkeit nachgewiesen ist (a-t 2022; 53: 16). Daraufhin setzte die Europäische Kommission die Zulassung der Stärkelösungen, die nur bei Hypovolämie infolge akuten Blutverlusts gegeben werden dürfen, wenn Kristalloide allein nicht als ausreichend erachtet werden,1 EU-weit aus.2 Den Mitgliedstaaten wurde jedoch ein Aufschub von bis zu 18 Monaten gewährt,3 von dem Deutschland Gebrauch machte.4

© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 17. April 2026

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