ZURÜCKGERUFENE STUDIEN – EINE UNTERSCHÄTZTE FEHLERQUELLE
Systematische Übersichten und klinische Leitlinien basieren wesentlich auf klinischen Studien. Das Vertrauen in dieses Evidenzsystem leidet jedoch, da seit Jahrzehnten die Rate von Publikationen steigt, die aufgrund versehentlicher oder absichtlicher Fehler zurückgezogen werden – von 0,4 pro 10.000 1985 auf 20/10.000 2022.1,2 Die Gründe für Rückrufe reichen von wissenschaftlichen Fehlern und Irrtümern bis zu betrügerisch manipulierten Texten oder Abbildungen sowie Problemen bei Zeitschriften oder Verlagen, z.B. Publikation vor Endkorrektur der Autoren.1 Die meisten Rückrufe werden nach einer Analyse durch die Zeitschriften initiiert (85%) und nur zu 9% durch die Autoren.3 Die Dunkelziffer nicht erkannter unzuverlässiger Studien dürfte hoch sein.
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© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 20. Februar 2026
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