UK: ZUSÄTZLICHE WARNHINWEISE FÜR BENZODIAZEPINE, GABAPENTIN PREGABALIN UND Z-DRUGS
Die britische Arzneimittelbehörde MHRA verstärkt Warnungen vor Sucht, Abhängigkeit, Entzugssyndrom und Toleranzentwicklung in Fachinformationen und Packungsbeilagen von Benzodiazepinen, der Gabapentinoide Gabapentin (NEURONTIN, Generika) und Pregabalin (LYRICA, Generika) sowie der Z-Drugs Zolpidem (STILNOX, Generika), Zopiclon (XIMOVAN, Generika) und Eszopiclon (LUNIVIA).1,2 Beispielsweise soll in den Packungsbeilagen bereits in den ersten Sätzen auf Sucht, Abhängigkeit und Entzugserscheinungen hingewiesen und auf den Packungen der Medikamente vor diesen Gefahren gewarnt werden.2 Zusätzlich sollen die Patienten Informationsmaterial der MHRA erhalten, wenn sie Gabapentinoide bei neuropathischen Schmerzen oder generalisierter Angststörung* anwenden, Z-Drugs und Benzodiazepine bei Schlafstörungen sowie letztere bei Angst. Bei allen Präparaten soll bereits vor Therapiebeginn mit den Patienten besprochen werden, wie lange die Behandlung geplant ist und wie die Einnahme reduziert und beendet werden kann. Ausnahmen sind möglich, zum Beispiel am Lebensende oder bei Epilepsie.1,2
| * | Zugelassen ist hierfür nur Pregabalin. |
Hierzulande finden sich entsprechende Hinweise in unterschiedlichem Umfang in den Produktinformationen der Präparate. Ähnlich wie in Großbritannien haben in Deutschland vor allem Verordnungen von Pregabalin zugenommen (von 71 Mio. definierten Tagesdosen in 2013 auf 151 Mio. in 2023, Gabapentin von 43 Mio. auf 53 Mio.), während sie bei Benzodiazepinen und Z-Drugs rückläufig sind.3,4 Pregabalin wird laut Arzneiverordnungs-Report zu 89% zur Behandlung neuropathischer Schmerzen verwendet.4
| 1 | MHRA Drug Saf. Upd., 8. Jan. 2026; https://a-turl.de/twg3 |
| 2 | MHRA: Public Assessment Report, 8. Jan. 2026; https://a-turl.de/rtq6 |
| 3 | SCHWABE, U. in SCHWABE, U., PAFFRATH, D. (Hrsg.): „Arzneiverordnungs-Report 2014“, Springer-Verlag Berlin 2014, Seite 427-44 |
| 4 | BRANDT, C., SEIFERT, R. bzw. KRAUSE, A., SEIFERT, R. in: LUDWIG, W.D. et al. (Hrsg.): „Arzneiverordnungs-Report 2024“, Springer Berlin, Heidelberg 2025, Seite 559-73 bzw. 585-96 |
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 23. Januar 2026