HERZOHRVERSCHLUSS – EINE OPTION BEI VORHOFFLIMMERN? (LANGVERSION)

Das Ohr des linken Vorhofs („left atrial appendage“ [LAA], „Herzohr“) ist in etwa 90% Ursprungsort von Thromben bei Vorhofflimmern, die zu embolischen Schlaganfällen und systemischen Embolien führen und die Indikation für eine orale Antikoagulation begründen können. Die Ausschaltung des funktionell wenig bedeutsamen Vorhofohrs wird zur Thromboembolieprophylaxe als Alternative für Antikoagulanzien erprobt. Neben chirurgischen* kommen hierfür vor allem perkutan-transvaskuläre Verfahren zur Anwendung, bei denen das linke Vorhofohr durch sich selbst entfaltende, mit Polyester überzogene Drahtgestelle (Okkluder) verschlossen wird, die mit Kathetern über eine große Vene und nach Punktion des Vorhofseptums in das Herzohr eingebracht werden.1 Nach dem Eingriff ist wegen des eingebrachten Fremdmaterials für mehrere Monate eine antithrombotische Therapie nötig, die bisher allerdings nur unzureichend geprüft und standardisiert ist. Für den perkutanen Verschluss des Herzohrs besitzen WATCHMAN- und AMPLATZER-Systeme eine CE-Zertifizierung. Sie werden in Deutschland seit etwa 20 Jahren und mit jährlich 5.000 bis 6.000 am häufigsten eingesetzt.2,3

© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 18. Mai 2026

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