a-t-aktuell a-t 1993; Nr.10: 93

Konsequenzen des HIV-Blutskandals: Mit "Informationspannen" umschreibt der Bundesgesundheitsminister die "Abwehrschwäche" im Berliner Bundesgesundheitsamt gegen HIV-verseuchte Blutplasmapräparate. Die Bilanz mit über 2.000 betroffenen Personen geht zu Lasten ranghoher Beamter im Bonner Ministerium bzw. Bundesgesundheitsamt Berlin. Verdachtsmeldungen verschwanden im Bermudadreieck des Amtes wohl deshalb, weil ihr Bekanntwerden Rückschlüsse auf HIV-Trefferquoten namhafter Plasmaanbieter erlaubt hätte. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde des a-t im November 1992 brachte den Stein ins Rollen. Für PPSB-Konzentrate listete der BGA-Computer statt einiger Hundert nur 65 Einträge. Das nationale AIDS-Zentrum des BGA registrierte 40 Fallmeldungen. Das Schlußlicht bildet das staatliche Paul-Ehrlich-Institut mit null Einträgen. Mehr als ein Jahr dauerte es, bis das Amt dem zuständigen Minister Gewißheit für Fehlverhalten verschaffte.


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