Die Zeit nach der Geburt ist nicht nur von Freude geprägt. Der „Baby-Blues“, eine vorübergehende Phase mit Stimmungslabilität in den ersten Tagen nach der Entbindung, betrifft etwa jede zweite Frau.1 Davon abzugrenzen ist die deutlich seltenere postpartale Depression, im DSM-5* als Episode einer unipolaren Depression (Major Depression) mit Beginn in der Schwangerschaft oder bis zu vier Wochen nach der Geburt definiert. Klinisch werden auch Episoden mit späterem Beginn einbezogen. Angaben zur Häufigkeit variieren erheblich. Die europäische Arzneimittelagentur EMA geht für westliche Länder von einer Prävalenz von 10-15% aus.2
| * | DSM = Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders |
In den USA wurde 2019 mit dem Neurosteroid Brexanolon, einer 60-stündigen intravenösen Infusion, erstmals ein Arzneimittel ausschließlich zur Therapie der Wochenbettdepression zugelassen.3 2023 folgte das perorale Neurosteroid Zuranolon (ZURZUVAE), als einmaliger 14-tägiger Behandlungszyklus.4
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 16. Oktober 2026
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