EINE ÄRA GEHT ZU ENDE
...das arznei-telegramm® erscheint letztmalig im Dezember 2026
Das arznei-telegramm® wird nur noch bis Ende dieses Jahres erscheinen, und auch die Aktualisierungen der atd Arzneimitteldatenbank
werden zum Jahreswechsel eingestellt. Diese Mitteilung fällt schwer, weil das Ende des a-t der Redaktion sehr nahe geht - wie wahrscheinlich auch vielen treuen Abonnentinnen und Abonnenten. Schließlich ist das a-t
für viele eine wichtige unabhängige Informationsquelle. Dennoch ist der Schritt leider unumgänglich.
Die Gründe, die letztlich zu der Entscheidung geführt haben, sind vielfältig. Vor allem fehlt ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für mich als geschäftsführenden Gesellschafter und verantwortlichen Herausgeber. Ich ziehe mich nach 50 Jahren beim a-t, davon 30 Jahre als verantwortlicher Redakteur, aus Altersgründen zurück. Geplant und vorgesehen war seit Längerem eine Nachfolge aus den Reihen der Redaktion. Dies hätte die Kontinuität des a-t gewährleisten sollen, zumal es ein Produkt intensiver Zusammenarbeit des Redaktionsteams ist (vgl. a-t 2019; 50: 95-8). Die vorgesehene Weiterführung durch Nachfolge aus der Redaktion hat sich allerdings zerschlagen, unter anderem wegen grundsätzlicher Unwägbarkeiten in unserer Zeit und kaum kalkulierbarer finanzieller, auch fiskalischer Risiken für die Nachfolgerin bzw. den Nachfolger. Dies betrifft beispielsweise auch die Abschätzung der Auswirkungen der zunehmenden Verwendung künstlicher Intelligenz (KI) bei der Informationssuche.
Bei der Suche nach einem verantwortlichen Herausgeber außerhalb der Redaktion gab es einige Interessenten, die sich vorstellen konnten, das a-t weiterzuführen, zumal es sich ein über mehrere Jahrzehnte erarbeitetes Renommee erworben hat. Tragfähige Konzepte, die ein Weiterbestehen in gewohnter Qualität hätten wahrscheinlich machen und die Unabhängigkeit der Texte und Bewertungen gewährleisten können, ließen sich jedoch leider nicht erkennen. Die Perspektive blieb daher fraglich und ungewiss.
Die Einstellung des a-t als letzte Konsequenz ist auch und insbesondere für alle Beteiligten, die das a-t und die atd Arzneimitteldatenbank inhaltlich und technisch kompetent und zuverlässig ermöglicht haben und auch jetzt noch ermöglichen, ein schmerzhafter Schritt.
Bis Dezember des Jahres wird die Redaktion noch drei a-t-Ausgaben in gewohnter Qualität sowie das Jahresregister 2026 fertigstellen. Dann folgt 2027 die Liquidationsphase, also die Abwicklung der GmbH. Bis Jahresende 2026 sollen noch möglichst viele der bis dahin eingehenden Anfragen beantwortet werden. Da wir aber seit Langem kontinuierlich mehr und zum Teil komplexe Anfragen erhalten, bitten wir um Verständnis dafür, dass die Redaktion auf manche Fragen erst spät oder schlimmstenfalls gar nicht mehr eingehen kann.
Nach Abschluss dieses Jahres sollen alle digital vorhandenen a-t-Texte sowie die Inhalte der atd Arzneimitteldatenbank für die aktuellen Abonnenten als Archiv weiter im Internet zur Verfügung stehen, solange die technischen und rechtlichen Möglichkeiten dies erlauben. Fortbildungspunkte (siehe dazu auch Hinweis auf a-t 2026; 57: 65) können noch bis Ende Januar 2027 erworben werden und werden für Ärztinnen und Ärzte, die ihre einheitliche Fortbildungsnummer (EFN) hinterlegt haben, an die zuständigen Kammern weitergeleitet. Wer keine EFN angegeben hat, sollte die Fortbildungszertifikate bitte bis spätestens zum 31. Januar 2027 ausdrucken.
Bitte überprüfen Sie zudem rechtzeitig, ob Ihre Zugangsdaten für das arznei-telegramm® im Internet, die bei bestehender Lizenz auch für die atd Arzneimitteldatenbank gelten, dem aktuellen Stand entsprechen, also funktionieren. 2027 wird der Verlag hierzu keine Auskunft mehr geben können, da er dann seine Tätigkeit eingestellt hat.
Wir hoffen, dass die Archivversionen des a-t und der atd Arzneimitteldatenbank auch nach Einstellung der Verlagstätigkeit für Sie noch möglichst lange hilfreich sind,
Wolfgang BECKER-BRÜSER, mit besonderem Dank an das a-t/atd-Team.
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 18. September 2026