Vitamin-D-Tabletten bei Säuglingen richtig anwenden
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erinnert an die korrekte Anwendung von Tabletten mit Vitamin D3 (VIGANTOL u.a.) und D3 plus Fluorid (ZYMAFLUOR D 500 u.a.) zur Rachitis- bzw. Kariesprophylaxe bei Säuglingen und Kleinkindern. Anlass ist ein Todesfall im Zusammenhang mit einer Vitamin-D3-Fluorid-Tablette bei einem Neugeborenen. Das zehn Tage alte Baby verstarb demnach möglicherweise an der Aspiration einer nicht vollständig aufgelösten Tablette.1 Die Tabletten müssen bei Säuglingen und Kleinkindern in einer kleinen Menge Flüssigkeit aufgelöst werden. Dabei ist zu beachten, dass dafür nur Flüssigkeiten verwendet werden, die in den Fach- bzw. Gebrauchsinformationen ausdrücklich genannt werden. Vor jeder Anwendung soll überprüft werden, ob die Tablette tatsächlich vollständig zerfallen ist,1 bevor die Suspension direkt in den Mund gegeben wird (nicht in die Mahlzeit).2,3 Angehörige von Heilberufen sollten Eltern auf die sorgfältige Beachtung der Gebrauchsinformation hinweisen.1 In allen Fachinformationen ist hierzulande zwar die korrekte Anwendung beschrieben,z.B. 2,3 jedoch weisen nicht alle Anbieter explizit auf die Gefahr einer Aspiration im Fall einer nicht vollständig aufgelösten Tablette hin.z.B. 4 Dies gilt es unseres Erachtens umgehend nachzuholen. Zur alleinigen Rachitisprophylaxe bieten sich alternativ Vitamin-D3-Tropfen (DEVIT u.a.) an, –Red.
| 1 | BfArM: Risikoinformation vom 18. März 2026; https://a-turl.de/ujnd |
| 2 | Cooper Consumer Health Deutschland: Fachinformation ZYMAFLUOR D 500, Stand Dez. 2025 |
| 3 | Procter & Gamble: Fachinformation VIGANTOL 500 I.E. Vitamin D3 Tbl., Stand April 2021 |
| 4 | Zentiva: Fachinformation D-FLUORETTEN 500 Tbl., Stand Aug. 2018 |
© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 17. April 2026