LECANEMAB (LEQEMBI) BEI FRÜHER ALZHEIMER-ERKRANKUNG
Etwa 1,4 Millionen Menschen waren 2023 in Deutschland an einer Demenz erkrankt.1 Häufigste Ursache ist mit 60% bis 80% die ALZHEIMER-Krankheit, gefolgt von der vaskulären Demenz (5-10%). Mit steigendem Alter nehmen gemischte Formen zu.2 Die antidementive Pharmakotherapie beschränkt sich seit Jahrzehnten auf Cholinesterasehemmer wie Donepezil (ARICEPT, Generika; a-t 1997; 11: 113, 2004; 35: 67-8 u.a.) zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren ALZHEIMER-Demenz sowie den NMDA-Rezeptorantagonisten Memantin (AXURA, EBIXA, Generika;
a-t 2002; 33: 91 u.a.), der für mittelschwere bis schwere Krankheitsstadien zugelassen ist. Angesichts eher geringer Effekte, die insbesondere bei Memantin von fraglicher klinischer Relevanz sind, und erheblicher Störwirkungen vor allem der Cholinesterasehemmer sehen wir seit Jahren keine Indikation für die Mittel (a-t 2012; 43: 54-5,
2018; 49: 78 u.a.).
Seit September 2025 ist mit Lecanemab (LEQEMBI) der erste Antikörper gegen Amyloid-Beta im Handel, ein Eiweiß, das sich typischerweise im Gehirn von Patienten mit ALZHEIMER-Erkrankung anreichert. Lecanemab ist zugelassen für Erwachsene mit leichter kognitiver Störung oder milder Demenz aufgrund der ALZHEIMER-Krankheit (zusammengenommen frühe ALZHEIMER-Krankheit) mit bestätigter Amyloid-Pathologie, die in einem vor Therapiebeginn durchzuführenden Gentest maximal eine Kopie der Genvariante Epsilon (ε) 4 des Apolipoprotein E (ApoE) aufweisen.3*
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© 2026 arznei-telegramm, publiziert am 23. Januar 2026
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