Moxifloxacin (AVALOX) und das Herz: Bereits wenige Wochen nach der Markteinführung von Moxifloxacin (AVALOX; a-t 1999; Nr. 9: 91) dokumentieren wir im NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION mehrere
Verdachtsberichte zu dem als "Broncho-Schnellkur" beworbenen Gyrasehemmer (Ärzte Ztg. vom 6. Sept. 1999), darunter auffällige kardiale
Effekte: Ab dem zweiten Einnahmetag verspürt ein 41-jähriger Mann Herzrasen. Der Blutdruck steigt (NETZWERK-Bericht 10.300). Ein herzkranker
Rentner entwickelt innerhalb von zwei Tagen eine Bradykardie mit 30 Schlägen pro Minute (10.337). Ein 66-jähriger Rentner klagt über
Herzrhythmusstörungen mit "Aussetzern", Unwohlsein und Schwindel (10.310). Bei allen drei Patienten bessern sich die Beschwerden nach
Absetzen. Diese Berichte sowie weitere über Wassereinlagerungen bei einem 60-Jährigen (10.334), akuten Hörverlust (10.304), Depression mit
Weinkrämpfen (10.309) und Halluzinationen (10.368) stützen unsere anlässlich der Marktrücknahme von Grepafloxacin (VAXAR; vgl. a-t 1999; Nr. 11: 120) geäußerten Zweifel an der Sicherheit des neuesten Gyrasehemmers. Wegen
kardiovaskulärer und psychischer Störeffekte sowie der Gefahr der Resistenzentwicklung stufen wir Moxifloxacin als Mittel der letzten Wahl für die
Klinik ein. Ambulant sehen wir neben Standardantibiotika wie Makroliden, Tetrazyklinen oder Penizillinen keinen Bedarf, -Red.
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