Netzwerk aktuell a-t 1999; Nr. 10: 111

Nochmals - cave "Nitrofurantoin-Lunge": Eine 89-jährige Rentnerin mit rezidivierenden Harnwegsinfekten nimmt etwa zwei Jahre lang wiederholt das Hohlraumchemotherapeutikum Nitrofurantoin (FURADANTIN u.a.) ein, bis eine narbig-fibrotische Schrumpfung der gesamten rechten Lunge festgestellt wird (NETZWERK-Bericht 10.197). Dieser nunmehr achte NETZWERK-Bericht über schwere bis lebensbedrohliche pulmonale Schäden (einschließlich Lungenfibrose [1725, 3408, 10.197], Asthma [2077], eosinophile Pneumonie [2085] und Dyspnoe [1454, 7298]) veranlasst uns, an das Risiko immunogener Lungenschäden unter längerer, aber auch kurz dauernder Einnahme des Mittels zu erinnern (vgl. a-t 11 [1993], 128). Chronische Hepatitis und toxische Polyneuropathie gehören ebenfalls zum immunogenen Krankheitsbild. Auch die Wirklücke gegenüber Proteus (15% der Erreger von Harnwegsinfekten) begründet Vorbehalte. 1998 waren die Verordnungszahlen für Nitrofurantoin erstmals deutlich rückläufig, aber immer noch mit zwei Millionen Tagesdosierungen hoch. Angesichts wirksamer und verträglicher Alternativen (a-t 12 [1998], 112) gilt die Altlast aus den 50er Jahren längst als obsolet (SIMON, C.; W. STILLE: "Antibiotika-Therapie in Klinik und Praxis" 9. Aufl., Schattauer, Stuttgart 1997, Seite 213).


© 1999 arznei-telegramm

Autor: Redaktion arznei-telegramm | Wer wir sind und wie wir arbeiten

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.


arznei-telegramm Hefte
Eine Ära geht zu Ende.

arznei-telegramm® erscheint nur noch bis Ende 2026. Auch die Aktualisierung der atd Arzneimitteldatenbank endet im Dezember. Alle digital vorhandenen a-t Texte sowie die Inhalte der atd-Arzneimitteldatenbank sollen als Archiv weiterhin im Internet zur Verfügung stehen, solange die technischen und rechtlichen Möglichkeiten dies erlauben.

verfügbar bis Ende 2026